Das kostet (vorher) Zeit, schont aber (nachher) die Nerven:
- Familienkonferenz in Sachen Wünsche und Vorstellungen: Überlegen Sie gemeinsam, was wichtig für jeden einzelnen ist und wie man zu einer Übereinkunft gelangen kann. Jeder darf sagen, was er sich unter einem gelungenen Familienfest vorstellt. Dann ist die Chance groß, etwas neu zu gestalten.
- Familienkonferenz in Sachen Weihnachtsplanung: Verteilen Sie die Aufgaben! Wer schreibt Weihnachtskarten? Wer besorgt den Christbaum? Wer kümmert sich um den Adventschmuck? Und vor allem: Was wollen wir während der Feiertage (gemeinsam) tun – und wer ist wofür verantwortlich?
- Weniger ist mehr: Überlegen Sie, was Sie heuer bleiben lassen können. Müssen Gedichte aufgesagt, Lieder gesungen, die Weihnachtgeschichte vorgelesen werden? Müssen alle Geschenke einzeln verpackt werden – welche kreativen Alternativen gibt es? (z. B. „Geschenkekorb“ mit Decke drüber – die Geschenke werden einzeln herausgezogen und der/dem Beschenkten überreicht)
- Realitäts-Check: Lässt sich das, was geplant ist, überhaupt umsetzen? Und was passiert, wenn etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt?
Das kostet Geld, aber verspricht Zeitgewinn:
- Weihnachten im Hotel (oder z. B. Christtags-Brunch in einem Restaurant)
- Kekse (zumindest teilweise) aus zweiter Hand (Omas, Tanten, Weihnachtsmärkte, Kirchenbazar)
Das kostet Überredungskunst, aber reduziert Stress:
- Stille Nacht im kleinen Kreis: Notfalls mit der Familientradition brechen und die (obligatorischen) Besuche auf mehrere Tage verteilen. Eltern und Verwandte rechtzeitig(!) informieren und gemeinsam ein gutes Alternativprogramm entwerfen, das alle Beteiligten zufrieden stellt. Beispielsweise „Offenes Haus“ am letzten Adventsonntag, damit am 24. Dezember keine mühsamen Besuchsorgien absolviert werden müssen. Oder ein gemeinsamer „Weihnachtsbrunch“ am zweiten oder dritten Weihnachtsfeiertag, zu dem auch Freunde geladen werden.
- Es lohnt sich, im Kopf einmal den „Supergau“ durchzuspielen: Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte, wenn dies oder jenes nicht nach Wunsch der Großeltern, Eltern oder Verwandtschaft läuft? Und: Bin ich bereit, das auszuhalten – und dafür in den kommenden Jahren mit diesem „neuen“ Ritual stressfreier zu leben?
Humor hilft, aber auch das Katastrophen-Bingo:
- Beim „Bullshit-Bingo“ – kommt aus der Wirtschaft – schreibt man vor einer Veranstaltung/Sitzung (in diesem Fall vor dem Weihnachtsfest) auf, welche Allgemeinplätze und 08/15-Floskeln wohl wieder fallen werden. Nach dem Ereignis „hakt“ man dann (allein für sich oder gemeinsam) jede/s erratene Wort/Wendung ab. Der Sieger darf sich fürs nächste Jahr etwas Besonderes (den Ablauf betreffend) wünschen.
- Alternativ: Katastrophen-Bingo. Dabei notiert man im Vorfeld alle potenziellen kleinen und großen „Katastrophen“, die sich zum Weihnachtsfest abspielen könnten oder erfahrungsgemäß abspielen werden. Am Tag X macht man dann innerlich ein „Hakerl“, wenn sie eintreten (wusste ich doch, dass Onkel Max wieder vom Krieg erzählt; dass die Schwiegermutter am Essen etwas auszusetzen hat, bei der Bescherung Unruhe durch schreiende Kinder entsteht, Cousine Emma mit ihrem Geschenk wieder unzufrieden ist, etc.)
- Was immer hilft: Sich klar zu machen, dass es stets nur um die eigene Wahrnehmung, die eigene Erwartungshaltung und Beurteilung geht. Ganz im Sinne der einstigen Feststellung des antiken Philosophs Epiktet: „Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.“
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