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Zeit für neue Muster

Nicht selten bombardieren wir uns mit Selbstvorwürfen, weil uns alte Muster fest im Griff haben. Dahinter stecken Überzeugungen, die wir über uns und das Leben haben. Sie steuern unser Handeln und unsere Gedanken bewusst, aber sehr oft auch unbewusst. Die Psychotherapeutin Dr. Monika Korber beschreibt unerwünschte alte Muster so: „Alte Denk- und Verhaltensmuster sind eine Abfolge von Gedanken, von emotionalen Befindlichkeiten, von Handlungen, die in bestimmten Situationen wiederkehren und uns nützen oder schaden. Muster können bewusst oder nicht bewusst, positiv oder destruktiv sein. Wir ärgern uns, reagieren unangemessen, fühlen uns schlecht, der Tag ist ,gelaufen‘, Kopfweh, Wut, Magenschmerzen, Ängste, Depressionen etc. können sich dazu gesellen. Wie bei einem fehlerhaften Computerprogramm hängen wir buchstäblich in einer ,Schleife‘, in einem alten Muster. Unsere Gedanken kreisen, sind in bestimmten Situationen in Bahnen ,festgefahren‘ und rauben die gute Laune oder den Schlaf. Das kann unter anderem mit hinderlichen Glaubenssätzen zusammenhängen, wie z. B. ,Das tut man nicht‘, oder ,Auf sich zu achten, ist egoistisch‘ oder schlicht ,Ich kann das nicht‘."

Die Macht der Überzeugung

Jeder von uns hat bestimmte Glaubensoder Überzeugungssysteme, die eng mit den eigenen persönlichen Werten verknüpft sind und die unsere Motivation, Entscheidungsfindung und Leistungsfähigkeit erheblich beeinflussen können. Diese Systeme ermöglichen die Entwicklung und Gestaltung von Lebensplänen, Zielen und Bedürfnissen. Glaubenssätze bestimmen unsere Erwartungen, das, was wir über uns, die Realität oder die Welt denken, und sind tief in uns verankert. Das, was wir für wahr halten und das, was wir erreichen können, bildet unsere innere Überzeugung. Sie sind wichtig, weil sie für unser Unterbewusstsein die Welt überschaubarer und einfacher machen.

Es gibt positive und negative Glaubenssätze. Negative Glaubenssätze sind Aussagen über vermeintliche Mängel in und an uns. Sie haben sich als fixe Überzeugungen verfestigt und als Blockaden in uns verankert. Zum Beispiel: „Ich bin nichts wert!“ Wenn Sie diese Überzeugung haben, dann werden Sie sich immer kleiner und wertloser fühlen und diese Unsicherheit auch ausstrahlen.

Das Gespräch mit sich selbst

Wir führen täglich und pausenlos Selbstgespräche. Keine Sorge, das ist normal. Durch diese inneren Dialoge geben wir uns selbst Instruktionen und beeinflussen unsere Gefühle und Handlungen. Was wir zu uns sagen, bestimmt, ob wir angespannt oder entspannt, zufrieden oder unzufrieden, glücklich oder unglücklich sind. Sind die Aussagen oder Gespräche negativ, fühlen wir uns schlecht, was unser Handeln lähmt. Führen wir jedoch liebevolle oder zuversichtliche Selbstgespräche, dann verspüren wir ein gutes Gefühl und unser Handeln ist freudvoll und positiv. Wenn Sie Ihre Selbstgespräche einmal ganz bewusst beobachten, dann erfahren Sie viel über Ihre ganz persönlichen Überzeugungen und Glaubenssätze. „Wenn ich nein sage, werde ich abgelehnt“, „Ich schaffe das nie!“ und „Ich bin nicht wichtig“ sind nur einige Beispiele für negative Glaubenssätze. Es gibt unzählige von solchen destruktiven Überzeugungen. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie hindern uns daran, das Beste aus unserem Leben zu machen, haben sie doch einen 100%igen Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg.

Wir sind unsere Gedanken

Ständig kommen und gehen unsere Gedanken, und wir können nicht nicht denken. Das Erstaunliche bzw. Bedenkliche dabei ist: Lediglich drei Prozent sind positive, aufbauende Gedanken. 25 Prozent sind negativ, 72 Prozent sind neutral. Wenn wir uns Gedanken einprägen, dann wird uns dieser Gedanke vertraut, kann zur Überzeugung werden und wirkt schließlich in unsere Worte und Handlungen hinein. Daraus wird verständlich, dass Glaubenssätze und Affirmationen das verstärken, was wir glauben, spüren, sehen oder haben wollen.

Positives und negatives Denken ist in verschiedenen Bereichen unseres Gehirns untergebracht. So sind negative Gedanken im rechten Frontallappen untergebracht. Im linken Frontallappen liegt das Zentrum für unsere positiven Gedanken. Diese beiden Zentren sind verschieden groß entwickelt und zwar je nachdem, wie wir gewohnt sind über uns zu denken. Wenn wir eher optimistisch sind und gerne positiv denken, dann wird das Areal auf der linken Seite größer und stärker entwickelt sein. Unser Gehirn ist ein Anpassungskünstler und passt sich immer dem an, was wir vorrangig tun oder denken. Wenn wir nörgeln, schimpfen oder uns selbst fertig machen, dann wird sich der rechte Bereich des Gehirns rasch vergrößern und uns weiter mit negativen Gedanken bombardieren, währenddessen das linke Areal weiter verkümmert. Wir werden also noch seltener positive Gedanken über andere und uns selbst haben. Wenn wir hingegen beginnen, zu loben, positive Gedanken zu entwickeln, Schönes, Bestärkendes über uns und andere zu sagen, dann werden wir uns immer positiver wahrnehmen und unser Leben wird sich danach ausrichten. So ist eine Umgestaltung unserer Wirklichkeit und unseres Lebens immer möglich! Es ist ganz wesentlich, womit wir unser Gehirn füttern. Wir können durch neue Denkweisen unser Gehirn trainieren und somit die Möglichkeit schaffen, dass unsere Erfahrungen in Zukunft anders verlaufen. Wir löschen quasi alte Programme im Gehirn und schaffen neue.

Nützliche Affirmation

Positive Glaubenssätze, sogenannte Affirmationen, können uns helfen, mit und über uns selbst in einer positiven und akzeptierenden Weise zu sprechen. Eine Affirmation ist ein selbstbejahender Satz, den wir uns selbst wieder und wieder sagen, um unsere Gedanken umzuprogrammieren. Indem wir Affirmationen aufsagen, stärken wir uns selbst, bauen eine gesunde Denkweise auf und verhelfen unserem Gehirn, seinen „positiven Teil“ zu entwickeln. So werden die für uns tatsächlich hilfreichen Glaubenssätze gefördert und verankert. Der Geist wird bewusst auf das gerichtet, was gut tut. Gleichzeitig wirken sie den negativen inneren Dialogen entgegen und man motiviert sich mit Worten.

Achten Sie jedoch immer darauf, dass eine Affirmation positiv formuliert ist: ein „nicht“ oder „kein“, „nie“, „aber“ sollten nicht vorkommen, da sich sonst unser Unbewusstes auf das Negative konzentriert. Sich also zum Beispiel vorzusagen: „Ich bin nicht krank“, wird der Gesundung nicht förderlich sein. Die Affirmation sollte kurz und prägnant sein, in der Gegenwart formuliert werden und mit Gefühlen unterlegt sein. Auch sollte sich beim Vorsagen der Affirmation Dankbarkeit und Freude einstellen. Wenn das nicht der Fall ist, dann sollten Sie die Formulierung so lange verändern, bis Sie diese Gefühle spüren. Wenn in Ihnen Zweifel, Ängste oder Pessimismus hochkommen, dann sollten Sie auch noch einmal an der Formulierung arbeiten. Allerdings sind Affirmationen auch nicht das Allheilmittel. Dr. Monika Korber betont: „In einer dem jeweiligen Menschen und der Problematik entsprechenden Dosis und Weise angewandt und als zusätzlicher Beitrag können Affirmationen den persönlichen Wachstumsprozess positiv beeinflussen. Sie sind jedoch ein Werkzeug, das, meiner Meinung nach, für sich allein angewandt, erfahrungsgemäß nicht dauerhaft Veränderung ermöglicht.“

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Richtige Dosierung